New York Bike Syle

polcer_artikelbild

Dieses Buch macht einfach Spaß – vor allem natürlich, weil die Fotos so toll sind, dass man sich selbst sofort auf das nächstbeste Fahrrad schwingen möchte. Aber auch, weil der Fotograf Sam Polcer selbst passionierter Fahrradfahrer ist und ganz wunderbar beschreibt, wie sehr er es liebt, seine Stadt vom Fahrradsattel aus zu entdecken. Allerdings habe ich mich gefragt, ob das Radfahren in einer hektischen Millionenstadt tatsächlich immer so entspannt ist, wie es auf seinen Fotos aussieht? Wie es wirklich ist, mit dem Fahrrad in New York City unterwegs zu sein, erzählt uns Sam hier im Interview.

Neena, fotografiert in Manhattan, auf dem Weg zu einem Treffen mit Freunden

Neena, fotografiert in Manhattan, auf dem Weg zu einem Treffen mit Freunden

Ich habe Freunde und Kollegen gefragt, was sie gerne wissen würden, und die mit Abstand häufigste Frage war: Ist es sehr gefährlich, in New York mit dem Fahrrad zu fahren? DASS es gefährlich ist, davon ging jeder ohnehin aus. Aber ist es SEHR gefährlich?
Sam: Alles kann gefährlich sein, vor allem, wenn man es falsch macht oder Pech hat. Viele Menschen sterben in der Dusche … Aber nein, insgesamt glaube ich nicht, dass es sehr gefährlich ist in New York City Fahrrad zu fahren, besonders weil es jetzt viel mehr Radwege gibt als früher. Das Department of Transportation sagt, dass das Risiko, beim Radfahren schwer verletzt zu werden,  von 2000 bis 2011 um 73 % zurückging. Es hängt wirklich davon ab, wie man fährt. Ich bin ein umsichtiger und erfahrener Fahrradfahrer und fühle mich sicher, obwohl mir natürlich klar ist, wie gefährlich es sein KANN. Man ist umgeben von Gefahren und von Autos, die einen umbringen können. Ich trage einen Helm, wenn Dir das was sagt.

Anna, fotografiert in Brooklyn, auf dem Heimweg, nachdem sie sich ein Fußballspiel angeschaut hat

Anna, fotografiert in Brooklyn, auf dem Heimweg, nachdem sie sich ein Fußballspiel angeschaut hat

Fährst Du das ganze Jahr über Rad? Auch im Winter, bei Eis und Schnee?
Ich fahre das ganze Jahr, außer wenn es Eis und Schnee auf den Straßen hat. Mein Büro ist 20 Kilometer von meiner Wohnung entfernt, und die Kälte macht mir nichts aus, solange die Temperatur nicht zu weit unter den Gefrierpunkt sinkt. Aber es sind die glatten Straßen, vor denen man sich in Acht nehmen muss. Dieser Winter war brutal.

Brian, fotografiert in Brooklyn, auf Spazierfahrt mit Fritz & Gromit

Brian, fotografiert in Brooklyn, auf Spazierfahrt mit Fritz & Gromit

Hier ist es ziemlich normal, das Fahrrad zu nutzen um sich in der Stadt fortzubewegen. Ist das in New York auch so, oder ist es dort doch eher eine kleine Gruppe sehr passionierter Fahrradfahrer, die das Rad nehmen?
Mehr und mehr Menschen nehmen das Fahrrad, um sich in der Stadt fortzubewegen, aber es sind immer noch sehr viele, die es nicht tun.  Im Hauptberuf arbeite ich für eine Organisation die Bike New York heißt. Wir unterrichten die New Yorker kostenlos darin, wie man Fahrrad fährt. Wenn wir also unseren Job gut machen, wird es immer normaler werden, das Fahrrad zu nehmen um in der Stadt rumzukommen. Und wir haben jetzt ein Fahrradleihsystem mit 100.000 Mitgliedern. Sogar während einem der härtesten Winter der letzten Jahre verzeichnete das System im Durchschnitt fast 10.700 tägliche Fahrten. Und diese Menschen sind nicht zum Spaß geradelt – die meisten haben es getan, um von A nach B zu gelangen.

Lorenzo, fotografiert in Manhattan, auf dem Weg zum Metropolitan Museum of Art

Lorenzo, fotografiert in Manhattan, auf dem Weg zum Metropolitan Museum of Art

Was hat Dir beim Fotografieren für Dein Buch am meisten Spaß gemacht? Die Fotos sehen jedenfalls so aus, als hättest Du Spaß daran gehabt!
 Es gibt vieles, was ich daran mag. Ich mag es Rad zu fahren, und das gibt mir einen Vorwand,  es zu tun – den meisten Leuten im Buch bin ich mit dem Rad hinterhergefahren. Ich mag es, die Stadt zu erkunden – ich könnte das ewig machen! Ich mag es, mich mit interessanten Menschen zu unterhalten, und stylishe Radler sind mit die interessantesten Menschen, die man treffen kann. Ich mag es logischerweise auch, Fotos zu machen,  und schnelle Porträtaufnahmen, die draußen und nicht mit Models entstehen, bringen Spaß und sind eine interessante Herausforderung. Ich liebe die Tatsache, dass all das möglicherweise mehr Menschen davon überzeugt, Fahrrad zu fahren. Wenn ich es attraktiv aussehen lassen kann, möchten sie vielleicht auch bei dem Spaß dabei sein. Und dann hat jeder etwas davon!

Der Fotograf Sam Polcer bei der Arbeit

Der Fotograf Sam Polcer bei der Arbeit

Zur Sam Polcers Blog Preferredmode
Zum Buch auf prestel.de

 

Schreibe einen Kommentar


Sicherheitsabfrage (Pflichtfeld) Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.